CTT-55plus > September-Wanderung
„Itzgrund-Hügel“ (Siegfried Scherbel)
Der September ist an sich ein Monat mit zuverlässigem Wanderwetter. Trotz des zurückliegenden Hochsommerwetters war lange unsicher, ob das Wetter den von Siegfried postulierten Fernblickanforderungen genügen wird. Schließlich: es genügte (den Anforderungen des Wanderführers) – und wie!
Trotz der Verhinderung einiger „Stammkräfte“ fanden sich ein Dutzend Wanderfreunde ein, um die in der Ankündigung trotz der Höhenmeter prognostizierten Wanderstrecke in Angriff zu nehmen. Diese lag wieder mal in einem äußersten Zipfel des Landkreise, diesmal im südlichen Itzgrund.
Wer eine Aussicht haben will, muss erst einmal „hinauf“, hieß es vorab. Startpunkt war an der Dorfscheune in Pülsdorf. Über einen grasigen Feldweg gelangte man zum Anstieg, in der Nähe des Friedhofs Lahm. Zunächst konnte man den Blick noch hinüberschweifen lassen auf den schon erwanderten unterfränkischen Bretzenstein mit den dortigen Windrädern, zwei inzwischen außer Betrieb und eines neu, sowie das Gebiet Untermerzbach – Gereuth – Wüstenwelsberg, wo auch schon eine frühere Wanderung angesiedelt war. Der etwa 700 m langen Anstieg mit 70 Höhenmetern machte keinerlei Probleme, kräftigte allenfalls den Kreislauf. Nach der damit verbundenen Querung des Waldes konnte man den ersten Ausblick genießen: Die Gleichberge lagen majestätisch in westlicher Richtung. Derselbe Anblick bot sich nach einer Wegwindung nach endgültigem Verlassen des Waldes.

Panorama
Kurz danach wurde schon der höhenlinienparallele Panoramaweg erreicht, wo ein hohes Maisfeld dessen Attribut hinauszögerte. Schließlich gab eine Mulde den Blick auf ein grandioses 180-Grad-Panorama frei. Didi thematisierte dies später in der Laudatio auf den Wanderführer. Bei recht klarer Sicht thronten im Westen die Gleichberge; von da ostwärts schweifte der Blick über den Straufhain, den dann dahinterliegenden Thüringerwald vom Simmersberg über den Bleßberg bis zu den Höhen bei Sonneberg und Judenbach. Bei Sonnenbeleuchtung konnte man auch die Triniushütte erkennen sowie die Windräder auf der Mirsdorfer Kuppe. Davor lag der Itzgrund mit den nahen Ortschaften Schottenstein und Gleußen, weiter nördlich Untersiemau, Scherneck und Hohenstein (mit den signifikanten Mammutbäumen) und schließlich die Veste im Sonnenlicht: gefühlt blickten wir auf sie „hinunter“, wiewohl sie um 80 Höhenmeter höher liegt als der Standort. Weiter nach Osten hin dann die Kulch und schließlich, ebenso majestätisch wie die Gleichberge, am östlichen Rand die Klosterbasilika Banz. Mit einem Begriff zusammengefasst: atemberaubende fränkische Landschaft.
Danach ging es noch ein paar wenige Höhenmeter hinauf auf die Steinleite (385 m üNN). Auf dieser Hochfläche soll auch mal eine Landebahn für einen Flugplatz angedacht gewesen sein. Von hier aus konnte man den Veitsberg bei Ebensfeld und das Bezirksklinikum Kutzenberg ausmachen. Bei einem Sendemast erläuterte Siegfried, dass man eben die Landkreisgrenze überschritten habe. Nicht weit dahinter stand die Gruppe am Ortsrand von Freiberg, das zum LKr Lichtenfels gehört. Über einen Feldweg durch Streuobstwiesen erreichten die CTTler das Waldeck, wo wieder der Blick in den Itzgrund und auf das Ausgangsdorf Pülsdorf frei war. In Pülsdorf wurde noch ein Schlenker durch den 50-Seelenort, mit einem netten und sauberem Ortsbild, zum Dorfbrunnen gemacht. Dieser datiert um etwa 1780. Er hat eine Zwiebelturmhaube, die auf drei Sandsteinsäulen ruht: ein statisch eigenartig anmutendes Konstrukt – und: funktionsfähig. Unmittelbar nach Betätigung des Schwengels floss kühles Wasser.
Zur Einkehr traf man sich mit weiteren 8 CTTlern im Haarther Keller. Schmackhafte fränkische Küche zu fairen Preisen. Didi lobte den Wanderführer Siegfried, indem er den Einkehrern das einzigartige erlebte Panorama (siehe oben) beschrieb. Daraufhin Applaus – und ein kräftiges „Prost“ auf einen optimalen Wandertag.
Text und Fotos: Siegfried Scherbel

