Bericht „Gratwanderung Fechheimer Berg“  (Siegfried u. Rosalinde)

Zum Start in Fechheim (335 m üNN) fanden sich (leider nur) 9 Wanderfreunde ein. Siegfried gab zunächst eine kurze Einführung: das Dorf in einem vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Gebiet feierte 2012 das 850-Jahr-Jubiläum und kam über die Gebietsreform 1976 zur Stadt Neustadt/Co. Im Jahr 1954 schon ging Fechheim als Sieger des Wettbewerbs „Das schönere Dorf“ hervor, wovon ein Brunnen in der Dorfmitte zeugt.

Die Wandergruppe überwand zunächst die (gefürchteten?) Höhenmeter bis zum Flurbereinigungs-Gedenkstein (1974) und erreichte schließlich den Panoramaweg (410m üNN). Von hier aus schon bot sich trotz diesiger Luft ein herrliches Panorama über das mainfränkische Bergland an Rodach (Fw), Main, Itz und Rodach (CO): neben den Windrädern des nahen Kraibergs erkannte man der Reihe nach den Kordigast, die Karolinenenhöhe, Alter Staffelberg, Spitzberg, Staffelberg, den Herberg (bei LIF), den Banzberg mit der Klosterkirche, die Eierberge, die Windräder bei Welsberg, den Sendemast neben dem Bismarcksturm und den Flugplatz auf der Brandensteinsebene. An dieser Stelle machte Siegfried klar, dass wir uns auf einem Berg des sogenannten „Coburger Gebirges“ befanden. Dessen Muschelkalkerhebungen ziehen sich in einer Kette vom Wein-/Deuters-/Kemater Berg, Stiefvater, Fechheimer Berg, Wasunger Berg(e), Hassenberg bis schließlich zur Gubel bei Mödlitz und waren großteils einzusehen. Im hinter der Bergkette liegenden Tal fließt die Steinach der Rodach (die aus dem Frankenwald) zu. Das genannte Panorama konnte auf dem bequemen Höhenweg, vorbei an Streuobstwiesen und der „Sonnenuhr“ in sich langsam ändernder Optik genossen werden. An der Weggabelung war der Blick schließlich noch auch frei auf das Tal der Sulz bis hin zum Georgenberg und den Straufhain bei Bad Rodach, im Dunst dräute der Große Gleichberg. Gleich nach der Weggabelung am Anfang der großen Streuobstwiese gab es einen kleinen Abstecher zu einem der vier aufgelassenen Kalk-Steinbrüche, in dem die Muschelkalk-Schichten und ihre schräge Lagerung kammaufwärts erkennbar waren. Nach Querung eines kleinen Waldstücks bot sich den Wanderfreunden ein Aha-Erlebnis: urplötzlich befand man sich auf der nördlichen Seite des Fechheimer Bergs mit schönem Blick auf den Muppberg, und auf die ihn umschließenden Tieflagen mit Neustadt und Sonneberg, im Hintergrund der Thüringerwald mit dem Bleßberg. Am Fuß des Fechheimer Bergs (nördlich) liegt das Steinachtal mit diversen Dörfern, „hüben“ wie „drüben“, u.a. auch Mupperg, zu dem Siegfried den Text eines historischen Schriftstücks zur speziellen Bevölkerungsentwicklung verlas.

An diesem Aussichtspunkt (am FWW Saar-Schlesien x) teilte sich die Gruppe: einige nahmen unter Führung von Rosalinde die Light-Variante, die anderen erstiegen den Gipfelpunkt des Fechheimer Bergs (484 m üNN). Der Weg dahin führte auf dem Grat des Bergrückens, wobei immer wieder die schräg stehenden Kalkfelsschichten sichtbar wurden und das Gelände recht steil zu beiden Seiten abfiel. An der Gipfel-Lichtung reichte der Blick noch weiter nach Ost-Südost als auf dem tiefer gelegenem Panoramaweg. Wegen der diesigen Verhältnisse waren Ochsenkopf und Schneeberg aber leider nicht erkennbar.

Es folgte der Abstieg auf kurzem Weg, wobei höchste Trittsicherheit gefordert war. Der östliche Ausläufer des zuvor begangenen Panoramawegs führte zurück zur Ruhebank am Holzkreuz, wo die beiden Gruppen wieder zusammenfanden und mit dem Abstieg ins Dorf die Tour beendeten.

Die Einkehr fand im „Biergarten“ der Gastwirtschaft „Goldenes Roß“ in Kleingarnstadt statt. Didi charakterisierte in seinen Dankesworten an die Wanderführer noch einmal die ungewöhnliche, den Teilnehmern bisher unbekannte Wanderroute im überraschend nah gelegenen „Gebirge“.

Text/Fotos: Siegfried Scherbel