Bericht Wanderung  „Corona-Eichae“  (Siegfried Scherbel) 

Der Titel „Corona-Eichae“ scheint vordergründig mit der aktuellen Corona-Krise zu korrelieren. Das ist aber nicht so. „Corona“ (lat.) = „Krone“, bekannt z.B. von totalen Sonnenfinsternissen; natürlich hat auch das aktuelle Virus seinen Namen daher. Die Wanderung hatte vielmehr das Thema „Kronenweg um Eicha“ © und dazu noch „Grenzerfahrungen“. Sie wurde konzipiert und geführt von Siegfried.

Der Rundweg führte, bis auf eine Talquerung auf ziemlich konstant 365m bis 375m Höhe auf einem Rundweg auf den Hügeln um den Talkessel des Orts Eicha. An etlichen exponierten Stellen am Weg („Kronzacken“) konnten bei glücklicherweise recht guten Sichtbedingungen außergewöhnliche Aussichten genossen werden. Fallweise wurden vom Wanderführer geschichtliche Details berichtet.

Start war am FZ Witzmannsberg. Zunächst ging es auf einem Waldpfad durch den sog. Bachenschlag: die „Krone“ war erreicht. Um die erste lohnenswerte Aussicht (1) zu erhalten, die Veste, musste ein kleiner Abstechern über die B303 auf das Ortsgebiet von Schorkendorf gemacht werden. Auf dem Flurweg entlang der B303 war nach dem Ende eines Maisfelds (2), unerwartet, am Altenbanzer Berg (Steglitz)/Veitsberg vorbei, die Sicht frei auf die Giechburg bei Bamberg und (weiter rechts) auf die beiden Sendetürme auf dem Wachknock und dem Geisberg nahe dem Südrand Oberfrankens. 200m-weiter  des Wegs (3) lugte durch eine Lücke in der Kutschweg-Allee der Windradpark von Küps, der nochmals in der Nähe der CO12-Abzweigung (Kreisstraße nach Seßlach) auftauchte. In der Nähe von Siebenwind war die Sicht frei auf die nördliche Begrenzung Oberfrankens, den Thüringerwald, mit dem signifikanten Bleßberg. Auf der ehemaligen Bundesstraßentrasse gelangte man zur CO16-Abzweigung (Kreisstraße nach Wohlbach/Rossach), wo weitere Wanderteilnehmer dazustießen. Hier gab es drei interessante Punkte (4), (5), (6): Zunächst am Weg lag der Zentstein (6), einer alten Grenzmarkierung zwischen dem ehemaligen Herzogtum Coburg und dem Gebiet Bayern. Ein paar Schritte weiter (5) konnte man die Windräder bei Sonnefeld sichten. Am Beginn des sogenannten „Kutschwegs“ beim Wanderparkplatz (6)  hatte man über den Ort Ahorn hinweg Sicht auf den Eckardtsturm/Sendemast, Löbelstein und auf die entlang der Autobahn führende Stromleitung vor der Einberger Schweiz.

Auf dem Kutschweg (auf etwa 375m gelegen), der ehemaligen herrschaftliche Zufahrt nach Schloß Hohenstein, gab es weitere „Kronzacken“ (6), (7), (8), (9): Während des ersten Wegstücks war die Sicht mehrfach frei, so an der Ruhebank (7), auf die  markanten Windrädern bei Welsberg und vor allem auf das Doppeldorf Witzmannsberg/Eicha. Siegfried gab einen kurzen geschichtlichen Einblick zum Thema Grenze (Alt-)Bayern-(Hzm)Coburg. Lesesteine zu „Steinmännchen“ getürmt sind hier häufig zu finden.  Am „Eck“ des Kutschwegs lag Untersiemau, der Itzgrund, die ICE-Strecke und zu Füßen. Mit den nur dem Insider geläufigen Kronzacken „Blick zum Ochsenkopf im Fichtelgebirge“ (10) und „Blick zum Döbraberg“ (11) zeigten sich die Nord- und Ostränder von Oberfranken. Da war der Blick auf den von vielen Punkten des Coburger Lands auszumachenden Großen Gleichberg (im Westen) am Ende der „Ahorner Toskana“ (12) [Wortschöpfung Sc] schon fast eine Allerweltsaussicht. Nun ging es hinunter nach Gut Neuhaus in Schafhof (wo zur Stärkung für die Reststrecke ein kleiner Umtrunk bereitstand) und nach Querung der CO12, der ehemaligen Grenze zwischen dem Herzogtum und dem „Würzburgischem“ (Königreich Bayern) hinauf Richtung Witzmannsberg.  Zuvor noch, am Geheg, einem Waldstück, ein Blick zurück nach Hohenstein. Wegen der fortgeschrittenen Zeit wurde eine Abkürzung über die Siedlung genommen. Am Seniorenheim bot sich nochmal ein Ausblick auf Lauterberg, Hohe Schwenge und Bleßberg.

Damit endete die Rundwanderung auf der „Krone Eichas“, die viele Ausblicke bis an die Grenzen von Oberfranken („… du mein schönes Heimatland “) und auch auf viele der schon absolvierten Wandergebiete gewährte und bei der auch die auch die historischen Grenzen nahegebracht wurden.

Es folgte die Einkehr im Lokal „Drei Eichen“ im ehemaligen Freizeitzentrum, dem jetzigem „Kulturbad“.

PS: Die Nummerierungen (…) der Aussichtspunkte beziehen sich auf die in der schriftlichen Dokumentation angegebenen Stellen.

Text und Bilder: Siegfried Scherbel