Man kann immer auf den „Goldenen Oktober“ hoffen. Das war er an diesem Tag nicht. Aber es herrschte durchaus passables Wanderwetter. 17 Wanderfreunde fanden sich in Neundorf am „Alten Brauhaus“ ein, um den von Werner und Karin Heidenreich ausgesuchten Rundweg zu absolvieren. Am Startpunkt, im Zentrum des ehemaligen Mönchsdorfs Neundorf, gab Werner einen kurzen Einblick in die Historie des Dorfes: Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1226 zurück, einen Grenzstreit zwischen dem Würzburger Bischof und dem Abt von Kloster Langheim betreffend. In der Dorfmitte der Jakobsbrunnen mit einem adlergekrönten Obelisken und den Steinfiguren von Christus und der Samariterin. Der Brunnen stand einst im Schloßhof Tambach und stammt vom Bildhauer Michael Trautmann. Der war auch maßgeblich an der Ausgestaltung der barocken Wehrkirche „Mariae Geburt“ (13./14.Jhd.) beteiligt. Das Dorf ist geprägt von Fachwerkhäusern und Arrangements mit ländlichem Charme.

Zunächst ging es dorfauswärts am Tambach entlang, ein Flüsschen, das das Wasser von Scheuerfeld und Schlettach herkommend sammelt und das der Rodach zufließt, nach Dietersdorf. Gegen Süden hin sah man die Windräder von Welsberg. Am Bahnhofsplatz (sic!!!) querten wir die Dietersdorfer Anbindungsstraße und passierten das zu Füßen liegende Dorf. Hinter Dietersdorf führte der Weg zurück Richtung Neundorf entlang einer Obstbaumallee. Am Ende dieser eine solarmodul-bedeckte vormalige landwirtschaftliche Fläche, Tribut moderner Zwänge: heutzutage wird, weniger arbeitsintensiv, die Sonne „gemolken“. Des drohenden Regens wegen wurde auf eine Umrundung des Aussiedlerhofs über die Anhöhe verzichtet, auch weil wegen des trüben Wetters die Sicht nach Süden hin (Rodachtal – Itzgrund) nicht gegeben war. Die Einkehr erfolgte im „Alten Brauhaus“ (einem relativen Neubau!), einer Rettungsaktion dörflicher Brau- und Wirtshauskultur: mit sonntäglichem Mittagstisch, Brotzeiten und (auch) hausgebrautem Bier. Siegfried brachte den Toast auf die Wanderführer Karin und Werner aus.

Text/Fotos: Siegfried Scherbel