„Im Schatten des Seßlacher Stadtwalds“ (Siegfried Scherbel)
Seit vier Wochen schon hält die Hochsommer-Wetterlage mit Temperaturen um oder über 30 Grad an. Abkühlung weiterhin nicht in Sicht. Für die Konzeption einer Wanderung der Senioren stellen sich mithin enorme Herausforderungen. Nach Verwerfung einiger Alternativen (aus unterschiedlichen Gründen), konnte eine den Umständen angepasste Route gefunden werden: im maximal eingebundenen Waldgebiet zwischen Seßlach und Krumbach. Die Wanderroute verlief größtenteils im Wald oder an der Schattenseite des nördlichen Waldrand. Lediglich der kurze Anmarsch und der letzte Kilometer waren der Sonne ausgesetzt, diese zumindest im Rücken.
Startpunkt für 7 Unentwegte war das Feldkreuz nahe der Kreisstraße bei der Abzweigung des „Weißen Wegs“ nach Hattersdorf. Siegfried gab eine kurze Einstimmung zur geschichtlichen Entwicklung im Umkreis von Seßlach (Streitgebiet zwischen „Würzburg“ und „Klosterlangheim“). Schon nach 300 Meter auf dem Wirtschaftsweg nach Krumbach, die Sonne im Rücken, war der Schattenbereich des Waldes erreicht. Notwendigerweise musste aber der Anstieg zunächst bis zum Dorfrand von Krumbach bewältigt werden. Trotz der nicht unerheblichen Steigung von durchschnittlich 8 % über 800 Meter hinweg war dies auf dem beschatteten Schotterweg kein Problem. Am Dorfrand erläuterte Siegfried die zu erwartende Entwicklung durch Bestückung mit Windrädern auf dem gegenüberliegenden Röderberg.

Krumbach Perspektive
Nach weiteren 200 Metern wurde die Hochfläche oberhalb Krumbachs erreicht, mit einem ersten Ausblick. Am schattigen Waldrand entlang, begleitet von einem (eigens für die Wanderung „bestellten“) erfrischenden Luftzug, ging es zunächst an einem Sendemast vorbei bis zum Zehntstein Nr. . Hier wurde eine Pause eingelegt. Siegfried erläuterte die Hintergründe der im Jahr 1599 durch 8 Grenzsteine erfolgten Abmarkung des „Hoheitsgebiets“ des Herzogtums zum „Würzburgischen“ bis hinunter nach Schleifenhan durch Herzog Johann Casimir. Von dieser Stelle aus bot sich ein Mittelgebirgs-Panorama: Thüringerwald (Simmersberg/ Bleßberg/ Silbersattel), Frankenwald (Döbraberg), Fichtelgebirge (Schneeberg/ Ochsenkopf). Dabei konnten auch alle aktuellen 12 Windräder des Coburger Lands (Lange Berge/ Kraiberg/ Welsberg) gesichtet werden. Der „Rückweg“ erfolgte durch den Stadtwald auf Teilstrecken des Rückertwegs und des Amtsbotenwegs bis zum „unteren Waldende“ in der Nähe des WEFA-Hofes. An dieser weiteren exponierten Stelle war der Blick frei Richtung Westen mit den dominierenden Erhebungen des Großen und Kleinen Gleichbergs, davor liegend die Heldburg im „fränkischen Unterland“. Die Autos zwar in Sichtweite musste noch der nun großteils in der Sonne liegende Rückweg (diese zumindest im Rücken) gemeistert werden, einschließlich der Bewältigung einer kurzen Schlusswelle mit 15 Prozent.
Die Labung bei der Einkehr beim Reinwand in Seßlach war für – frei nach Gottfried Keller- das „Fähnlein der 7 Aufrechten“ (hier: Wanderer) redlich verdient. Helgard überbrachte den Dank an Wanderführer Siegfried. Hinzugekommen waren auch noch weitere 10 CTTler. Der Aufbaubetrieb fürs Altstadtfest und die nicht ganz glückliche Platzzuweisung trübten die Laune des Wanderführers aber etwas, zumindest vorübergehend.
Text und Fotos: Siegfried Scherbel


