Das Wandergebiet lag dieses Mal etwas weiter außerhalb des Landkreises: das von Bernd Hüttling konzipierte Wanderziel war Trieb/Nassanger/Karolinenhöhe, zwischen Michelau und Hochstadt gelegen. Thematisch war die Monatswanderung eingebettet in einen geschichtlichen Kontext, nämlich die Herrschaft des Zisterzienser-Klosters Langheim über die benachbarten Landstriche.

Treffpunkt war die Pappelallee östlich von Trieb: von hier wurde zunächst ein kleiner Abstecher zum „Nassanger“ gemacht, einem ehemaligen Gutshof, den der Abt Gallus Knauer 1693 erbauen ließ: es handelt sich um einen einzigartigen Rundbau, bei dem die Viehstallungen um den zentral gelegenen Misthaufen angeordnet waren. Die architektonische Besonderheit von 4 Hoftoren, 12 Türen und 365 Fenstern weist auf einen Bezug zum Jahreskreis hin. In jüngerer Zeit war hier ein Rotlichtetablissement.

Nassanger

Dann ging es per Auto hinein in den Ortskern von Trieb: dominant ist in der Dorfmitte der „Berghof“, ein ansehnlicher Gutshof, der ehedem vom nahe gelegenen Kloster Langheim selbst bewirtschaftet wurde. Gallus Knauer ließ das Hauptgebäude 1727 durch den Coburger Baumeister Brückner neu errichten. Im Ort, hinter einer Mauer, auch das „Schlösschen“, der Sommersitz des Gallus Knauer. Das Schlösschen ist auch Geburtshaus der Karoline von Malsen, die spätere Frau Victor von Scheffels.

Die eigentliche Wanderung begann dann auf der Karolinenhöhe, dem späteren Einkehr-Wirtshaus. Zunächst ging es auf einem Wiesenweg nochmal hinunter ins Dorf. Auf einer kleinen Geo-Terrasse (an der Franziskus-Statue) konnten die CT-ler zunächst einen visuellen Höhepunkt erleben. Bei guter Sicht erkannte man im Norden die Windräder von Küps und den Turm auf dem Knock bei Kronach. In Redwitz stach das markante ehemalige Siemens-Betriebsgebäude heraus, sowie die neue Stromtrasse, die sich hinüber in das Coburger Land zog, wo auch sich die Windräder des Kraibergs und die Hohe Asslitz zeigten, dahinter der Thüringerwald mit dem Bleßberg.  Ganz am linken Rand des Gesichtsfelds war auch die Veste Coburg zu sehen.

Ausblick

Unten im Dorf passierte die Wandergruppe die „Schmiede“, einem für Landarbeiter errichteten Wohnhaus des Berghofs. Der prächtige Fachwerkgiebel stammt von einem abgebrochenen Haus in Mainroth.

Auf dem ehemaligen Hauptweg nach Klosterlangheim, einer nunmehrigen Forststraße kamen wir am sog. Doktorweiher und an einem Steinbruch für Sandsteinquader vorbei und erreichten schließlich das „Trieber Kreuz“ und die unmittelbar daneben gelegene „Krumme Brücke“. Hier war der Treffpunkt für die „Kurzwanderer“ von der Karolinenhöhe her vorgesehen. Nach kurzer Verschnaufpause ging es auf geraden und relativ ebenen Waldwegen zurück zur Karolinenhöhe, die sich von Weitem schon durch die markante, allerdings doch arg gestutzte Eiche ankündigte. Diese Eiche ist wohl mehrere Jahrhunderte alt und als Naturdenkmal ausgewiesen.

Karolinenhöhe

Auf der Terrasse der Gaststätte, bei kühlem Bier und schmackhaften Speisen ließen sich die hochsommerlichen Temperaturen gut aushalten. Didi Faber dankte dem Wanderführer Bernd Hüttling für Konzeption und Durchführung des Wandertags.

 

Text/Fotos: Siegfried Scherbel