Wanderung „Callenberger Forst und Rückertpark“ (Didi Faber)
Der Einstieg in die Wandersaison 2026 ist geschehen: Wandern ist zwar nicht unbedingt eine Frage des Wetters, aber bei Sonnenschein ist es bei Weitem schöner. Das Oster-Wetter hat sich dann auch rechtzeitig besonnen und der Wandertag konnte bei angenehmen Temperaturen stattfinden. Die Organisation hatte Didi inne. An einen Rundgang im Callenberger Forst schloss sich eine kleine kulturelle Kostprobe an: eine Friedrich-Rückert-Einlage.

Skyline der Wanderung

Rückert-Denkmal & Haus
Start war am späteren Einkehrwirtshaus „Felsenkeller“ unterhalb von Schloss Falkenegg. 11 Wanderer nahmen die Strecke auf, dazu die beiden Enkel von Siegfried und Rosalinde, womit der Altersdurchschnitt drastisch gesenkt wurde. Nach einem peppigen Kurzanstieg ging es die Falkeneggstraße entlang. In Höhe der Sonnenleite bot sich zunächst ein schöner Ausblick auf Veste und Stadt. Weiter ging es an sehenswerten Wohnhäusern vorbei bis zum höchsten Punkt der Wanderstrecke (348 üNN) am Bebauungsende/ Rand Callenberger Forst. Nach Unterquerung der Coburger Stromversorgungsleitung von Grafenrheinfeld her führte eine breite Forststraße hinunter zu den Teichen, die umrundet wurden. An der Wiese gegenüber dem Forsthaus lugte die Turmspitze von Schloß Callenberg hervor. Diese Teiche haben Namen (Kropfweiher, Rußwurmteich, usw), wie Didi in der Nähe des Forsthauses erläuterte. Schließlich stießen wir auf den Uferweg des Goldbergsees, einer stark befahrenen Fahrradroute. Auf der Deichkrone querten wir hinüber in die Goldbergstraße CO-Neuses (unterhalb des Rückerthäuschens, das wir schon bei einer früheren Wanderung besucht hatten), am Friedhof vorbei bis zur Matthäuskirche. Im ehemaligen, nunmehr aufgelassenen Friedhof befindet sich noch die Grabstätte Friedrich Rückerts. Gebürtig (1788) in Schweinfurt verschlug es ihn nach Coburg, wo er 1866 verstarb. Zu seinem Gedenken steht ein ihm gewidmetes Denkmal im Rückertpark, was unsere nächste Station war. Hier stießen auch weitere CTTler hinzu. Didi gab hier, das Rückerthaus und die Matthäuskirche im Hintergrund, einige Informationen zu Friedrich Rückert. Dieser war ausgewiesenermaßen sprachbegabt: in 44 Sprachen (indogermanische -europäische wie asiatische bis hin zu Kurdisch und Sanskrit-, semitische wie Hebräisch oder Syrisch, auch ausgefallene wie Finnisch, Hawaiisch oder Koptisch) waren ihm geläufig, sodass er daraus Übersetzungen fertigen konnte. Er stehe zB Goethe in nichts nach, auch wenn deren beider Stil sich unterschied. Neben der klassischen Literatur sei Goethe besonders auch in Naturwissenschaften bewandert gewesen und pflegte sein öffentliches Image, Rückert arbeitete hingegen zurückgezogen und gilt als Brückenbauer zwischen Orient und Okzident.
Schließlich rezitierte Didi das Rückertgedicht „Am Ostermorgen“: „Am Ostermorgen schwang die Lerche sich auf aus irdischem Gebiet …“ wobei die christliche Osterbotschaft über Naturbeobachtung beschrieben wird.
Schließlich ging es über die Straße zur Einkehr. In der Gaststube des „Felsenkellers“ nahmen schließlich 24 Personen Platz. Aufgrund der im Vorfeld erfragten Essenwünsche erfolgte die Bedienung fast im Handumdrehen und zur weitgehenden Zufriedenheit. Dem einen oder anderen waren es der Bratkartoffeln etwas zu wenig. Nach erfolgter Speisung brachte Siegfried noch den Toast auf den Wanderführer Didi Faber aus, der den Wandertag wieder akribisch und perfekt vorber
Text und Fotos: Siegfried Scherbel



